Bericht im Teckbote vom 20.07.2016 von Stephanie Rauschnabel

Magische Momente

Ein Gespräch mit dem Leiter der Kirchheimer Stadtkapelle Marc Lange

Die Stadtkapelle Kirchheim, musikalisches Aushängeschild der Stadt und des Kreisverbandes, steht seit über vier Jahren unter der Leitung von Marc Lange.

marc pokalHerr Lange, wie haben Sie die Stadtkapelle samt ihrer Jugendorchester von Harry D. Bath übernommen?
MARC LANGE: Dass der Verein als Träger der Stadtkapelle Kirchheim sehr gut aufgestellt und strukturiert ist, hat sich allen Bewerbern schon durch ein sehr professionelles Bewerbungsverfahren über mehrere Runden verdeutlicht. Dass es sich bei der Stadtkapelle um einen sehr gut besetzten Klangkörper handelt, der für ein Amateurblasorchester auf sehr hohem Niveau agiert, ist kein Geheimnis. Natürlich war die Basis hierfür die über Jahre zuvor kontinuierliche gute Arbeit. Ein wichtiges Kriterium für mein Engagement in Kirchheim war die engagierte Jugendarbeit mit drei Orchesterstufen im Jugendbereich, eine fundierte und qualitativ hochwertige Ausbildung des Nachwuchses in der Bläserschule und eine gute Kooperation mit der Musikschule Kirchheim.

Was würden Sie als die bisherigen Highlights besonders hervorheben?
LANGE: Ein wesentliches Highlight ist die tägliche Arbeit: Die musikalischen magischen Momente in den Proben, wenn sich etwas entwickelt. Ganz herauragend finde ich, dass die Stadtkapelle seit vier Jahren in enger Kooperation mit der Raunerschule und der Freihof-Grundschule erfolgreich Bläserklassen etablieren konnte Ein Erfolgsmodell, in das wir sehr viel Engagement, Zeit und auch Budget investieren. Und dann gibt es eben die muiskalischen Highlights in Konzerten. Ganz speziell war sicher die SymphonAIR auf dem Rollschuhplatz unter Mitwirkung diverser Chöre und Ensembles aus Kirchheim mit der "Quenn-Symphony" als Höhepunkt des Abends. Wir hatten hier mehr als 200 Mitwirkende auf der Bühne. Dieses Event ist ein gutes Beispiel, wie schnell sich in Kirchheim Vernetzungen mit anderen Ensembles realisieren lassen. Ganz wichtig für die Gemeinschaft und die Weiterentwicklung der Orchester sind auch Konzertreisen. Diese führten die Stadtkapelle zum Beispiel nach Chemnitz und Leipzig mit Doppelkonzerten mit der Bläserphilharmonie Thum. Und die Jugendkapelle war in Berlin - ein musikalisches und kulturelles Ereignis für alle Beteiligten.

Und dann haben Sie sich für eine Teilnahme an einem großen, internatlionalen Wettbewerb entschieden?
LANGE: Das war im Rückblick ein ganz besonders herausragender Erfolg. Bei der Teilnahme am international renommierten Wettbewerb für Blasorchester Flicorno d'Oro in Riva am Gardasee bescheinigte uns eine international hochkarätig besetzte Jury nach jahrelanger Wettbewerbsabstinenz die Rückkehr an die europäische Blasorchesterspitze. Hier hat die Stadtkapelle mit knapp 91 Punkten den zweiten Platz in der höchsten Kategorie (Excellenca) erreicht. Noch bemerkenswerter ist die Tatsache, dass das italienische Siegerorchester, ein semi-professionelles Auswahlorchester, nicht einmal zwei Punkte mehr hatte als wir. Kirchheim war außerdem bester deutscher Wettbewerbsteilnehmer, was für das Orchester aber auch für die Stadt besondere Bekanntheit und Aufmerksamkeit bedeutet.

Wo sehen Sie aktuell Entwicklungs- und Verbesserungsansätze?
LANGE: Verbesserungspotential gibt es immer. Wir dürfen nicht auf dem aktuell sehr hohen, weil hart erarbeiteten Niveau stehen bleiben. In Zeiten wie der Termindichte  bei Schülern wie bei Berufstätigen wird es auch immer mehr zur Herausforderung kontinuierliche Probenarbeit und diverse musikalische und außermusikalische Termin mit deren Alltag in Einklang zu bringen. Wir haben hier als Verein bereits entgegen des allgemeinen Trends schon viel erreicht. Unsere Ziele als Verein liegen aber höher, und so werden wir mit aller Energie am Erhalt und Ausbau unserer Orchester arbeiten um das fantastische Medium Musik weiter für jedermann zugänglich und attraktiv zu gestalten. Wir sind ein offenes Orchester, offen für alle ambitionierten Musikerinnen und Musiker, die auf höchstem Niveau in einem Blasorchester musizieren möchten. Ein Thema das uns umtreibt, ist die Probenraumsituation. Da das technische Zentrum Kirchheims ab kommendem Jahr umgebaut und kernsaniert wird, stehen wir aktuell noch heimatlos da  - zumindest für den Zeitraum des Umbaus.

Wollen Sie noch einen kurzen Ausblick auf anstehende Highlights geben?
LANGE: Nach den Sommerferien wird uns zunächst die Erarbeitung der Literatur des Kreisblaskonzerts in der Kirchheimer Stadthalle beschäftigen; dieses tragen wir gemeinsam mit dem Musikverein Jesingen aus. Und natürlich haben wir für die kommenden Jahre spannende Werke und Konzerte in Vorbereitung. Besonders freut sich der Verein wohl darauf, dass die Jugendkapelle im Herbst 2017 plant, anlässlich des Partnerschaftsjubiläums mit Rambouillet nach Frankreich zu reisen. Und sicher werden wir uns mit den Orchestern auch weiterhin national und international bei Wertungsspielen zeigen. Genauso werden Großprojekte und Kooperationen mit Kirchheimer Institutionen wichtig für unsere Entwicklung bleiben.

Bevorstehende Veranstaltungen

16.12.2017 19:30 - 22:00

17.12.2017 17:00 - 19:30

18:00 02.03.2018 - 14:00 04.03.2018

17.03.2018 19:30 - 21:30